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Wein, Weib, Schreib! Ein Schreibretreat im Rheingau

von Stephanie Müller

Mitten im Mai hatte ich Urlaub, und diesmal passten meine Urlaubstage ganz wunderbar mit einem Angebot der Arbeitsgruppe Transcrime von den Mörderischen Schwestern zusammen: ein Schreibretreat mitten im wunderschönen Rheingau. Schreiben inmitten von Weinbergen, Austausch mit anderen Mörderischen Schwestern und einfach ein bisschen entspannen.

Ich nehme es gleich vorweg: Das Schreibretreat war unglaublich toll. Etwas kurz (insgesamt nur drei Nächte), aber trotzdem für mich ein Highlight in diesem Quartal.

Christiane Nitsche-Costa hatte nicht nur ein wunderbares Ferienhaus (bzw. vielmehr eine Villa) in Geisenheim gefunden, das zum Schreiben praktisch wie gemacht ist, sondern auch ein tolles entspanntes und nicht Druck aufbauendes Programm organisiert. Genau so stelle ich mir ein perfektes Schreibretreat vor: Zeit für Austausch, Zeit, um neue Dinge zu lernen, Zeit für gutes Essen und Zeit zum Schreiben – und man kann, muss aber nicht. Wir waren eine kleine Gruppe und es fühlte sich sehr privilegiert an.

Das Haus ist geräumig und verfügt über mehrere große Tische, auf denen genügend Platz für Schreibutensilien ist. Neben den Stühlen, auf denen man wunderbar bequem sitzen konnte (keine Selbstverständlichkeit in Ferienhäusern) gab es noch jede Menge bequeme Sessel, Tischbänke, mehrere große Sofas und auch größere Sitzkissen. Wer eine Pause vom Schreiben brauchte, konnte auch einfach mal raus in die Weinberge oder sich auf die große Terrasse setzen. Die Aussicht war großartig, mit direktem Blick auf Schloss Johannisberg. Die Villa ist insgesamt sehr gut ausgestattet, es gibt sogar einen Weinkühlschrank.

Den ersten vollen Tag vor Ort begannen wir mit einer Einführung in die Zen-Meditation, die mich sehr beindruckt hat und die ich gern zu Hause weiter ausprobieren möchte. Es war eine tolle Erfahrung und richtig schön erdend. Ein weiteres Highlight war der Schreibimpuls zum sinnlichen Schreiben mit deskriptiver Pause, den Christiane vorbereitet hatte. Eine Übung, die ich in der Form noch nie gemacht habe und die erstaunliche Ergebnisse hervorbrachte. Ich mag es, neue Methoden auszuprobieren, erst recht, wenn sie in solche schmackhaften Häppchen serviert werden. Der offiziell letzte Programmpunkt war ebenso ein Highlight: eine Führung und Weinprobe von Max vom Weingut Woii. Dies war unglaublich informativ, und ich war überrascht, wie aktiv man dort an die unterschiedlichen Themen wie Forschung und Weinproduktion herangeht. Der Wein von diesem Weingut Woii ist ausdrücklich zu empfehlen.

Und haben wir denn beim Schreibretreat auch geschrieben? Und ob. Wir haben geschrieben, überarbeitet, gebrainstormt. Am letzten Abend hat jede von uns etwas aus einem ihrer Projekte vorgelesen. Das war ein ganz besonderer Moment und ich habe gleich schon wieder neue Bücher auf meine „Zu-Kaufen-Liste“ gesetzt.

Das Schreibretreat „Wein, Weib, Schreib!“ von der AG Transcrime war ein voller Erfolg und hat seinem Namen alle Ehre gemacht.

Ein ganz großes Dankeschön an Christiane Nitsche-Costa, die dieses Schreibretreat organisiert und so wunderbar durchgeführt hat. Ich überlege schon, ob ich bei einem der nächsten Termine wieder mit dabei bin.

Die aktuellen Termine für die Schreibretreats findet ihr im Katalog von Transcrime im Mitgliederbereich der Mörderischen Schwestern-Homepage. Und wer jetzt neugierig ist, kann sich schon mal den 5. bis 11.10.2026 vormerken, da bietet Christiane das „Schreibretreat zur Weinernte“ an.

Die Verfasserin dieses Artikels ist unsere Mörderische Schwester Stephanie Müller. Sie schreibt Cozy Krimis, Cozy Fantasy und manchmal auch Science Fiction sowie kompakte Ratgeber für Autor*innen. Sie lebt in einem grünen Dschungel, mit viel zu vielen Büchern und noch mehr Plotgeistern in Bonn. Mehr Infos über Stephanie: https://stephaniemueller.net/.

Unsere Redaktionsmitglieder Brigitte Wehrmann (Journalistin und Autorin https://www.facebook.com/brigitte.wehrmann.7) und Katja Szimmat (Lektorin, https://www.instagram.com/dauerleserin/ und https://dauerlektorin.de/) haben den Artikel redaktionell bearbeitet.

Foto: © Stephanie Müller