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Was Leserinnen wollen – Love-Storys in Krimis und Thriller

von Kaja Neff

Zur Einstimmung habe ich ein paar Stimmen aus dem Internet eingesammelt. Die folgenden Aussagen sind ein Querschnitt von dem, was mir geantwortet wurde. Versteht sie bitte als Spotlight auf die Frage: Wie haltet ihr es mit „Love in Crime“? Was mögt ihr daran, was mögt ihr nicht? Mein Artikel erhebt keinen Anspruch auf statistische Korrektheit oder Vollständigkeit.

Stichworte CONTRA:

  • überflüssig,
  • bloß nicht zu schwülstig oder zu viel Sex,
  • ich will nichts über die privaten Probleme der Kommissare erfahren.

Stichworte PRO:

  • man lernt die Personen besser kennen,
  • kann für Abwechslung sorgen.

 

Einzelmeinungen von Leserinnen

„Kann ruhig mal sein, braucht es aber nicht. Und wenn, bitte nicht so dick auftragen. Aus dem Grund kann ich keine … Dark-Romance-Romane lesen. [Ich] bekomme alle paar Seiten einen Lachkrampf, weil ich das so extrem drüber finde.“ (Nicole O., Facebook-Gruppe Thrillerspoilerbande)

„Nein, [eine Love-Story] gehört für mich nicht in einen Krimi. Ein Krimi lebt von den Ermittlungen und nicht vom Privatleben der Ermittler. Für mich wäre das ein Grund, das Buch nicht zu lesen.“ (Kirsten Lemmchen, Bloggerin Buchelefant)

„Ich mag es, dass es quasi zwei Erzählstränge gibt.“ (Birgit Lapp, Facebook-Gruppe Mörderische Schwestern)

[„Eine Love-Story] ist mir lieber, als wenn der Einsame-Wolf-Kommissar oder die verbitterte Polizistin sauertöpfisch durch die Gegend rennen.“ (Veronika A. Grager, Facebook-Gruppe Mörderische Schwestern)

Was sagte eine Bloggerin und professionelle Leserin zu meinem Thema?

Ich habe mich über das Thema auch mit Ela unterhalten. Sie ist Bloggerin und nennt ihre Website „Buecherela – Thriller Liebe“. Also, wenn das nicht passt …

Was können Liebesgeschichten für eine Krimi-Story leisten?

  1. Sie kann der Story eine kleine Auszeit verschaffen, nach spannenden oder aufwühlenden Szenen bekommt man Zeit durchzuatmen.
  2. Durch die Gefühle, die im Gegensatz zur Krimihandlung stehen, werden die Protagonisten vielschichtiger. Manche lernt man durch die Liebe von einer anderen Seite kennen.
  3. Die Liebesgeschichte kann ja auch Teil der Krimihandlung sein, das kann den Handlungsverlauf sehr beleben.


Was geht gar nicht, wann fängt die Liebesgeschichte an zu nerven?

Die Liebesgeschichte darf nicht dominieren. Wenn sie zu sehr in den Vordergrund rückt, oder wenn die Sex-Szenen überhandnehmen, bin ich eher genervt.

Passen für dich Love-Storys besser zum Thriller als zum Ermittlerkrimi, bei dem der Fall im Vordergrund steht?

Nein, für mich passen sie in beide Genres. Sie müssen sich nur gut in die Story einfügen.

Du liest ja sehr viel und hast dadurch einen guten Überblick. Wer schreibt die besseren Liebesgeschichten in Crime Storys? Männer oder Frauen?

Die Frauen gehen intensiver auf die Gefühle ein, Männern halten Grenzen nicht so ein und schreiben oft derber über Liebe. Es fällt immer auf, dass Frauen andere Frauen gut kennen und Männer eben die Männer. Und damit bringen sie auch die jeweiligen Haltungen und Positionen klarer rüber.

Was bevorzugst du selbst?

Ich mag Liebesgeschichten in Krimis und Thriller! Dennoch sollten sie dezent sein und nicht vom eigentlichen Fall ablenken. Es sollte nicht zu spicy sein, denn dann bin ich im falschen Genre. Ich möchte bei Krimis und Thrillern von der Spannung und Atmosphäre begeistert werden. Wenn das durch eine Liebesgeschichte intensiviert wird, umso besser.

Ela (Manuela Friedrich) lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Fahrdorf bei Schleswig und hat 2022 das Bloggen für sich entdeckt. Ihre Liebe zu Thrillern begann in ihrer Jugend mit den Romanen von Stephen King. Verändert hat sich seitdem nur eine Sache: Ela ist inzwischen so Krimi und Thriller erfahren, dass sie die meisten Twists nicht mehr überraschen. Aber da es ihr bei einer guten Geschichte vor allem auf die Atmosphäre ankommt, mindert das nicht ihre Freude am Lesen. Mehr über Ela auf Instagram https://www.instagram.com/buecherela/ oder auf ihrer Website https://www.buecherela.de/

Die Rubrik „Was Leserinnen wollen“ ist neu. Sie wurde von unserem Redaktionsmitglied Kaja Neff entwickelt. Vor Kurzem ist ihr neuester Psychothriller Rotkäppchen ist der Wolf erschienen. In der Rubrik „Was Leserinnen wollen“ befragt Kaja Frauen, die nicht selbst schreiben, aber die Welt der Bücher kennen und lieben, zum Thema Krimis und Thriller.

Dieser Artikel wurde von Katja Szimmat (Redaktionsmitglied und Lektorin) redaktionell bearbeitet.