„What a wonderful world …“ Diesen Song in der Version von Louis Armstrong hat Anette sehr gemocht, und er spiegelt ihr Wesen wider. Sie hat ihr leider zu kurzes Leben so geliebt. Selbst ihre schwere Erkrankung, die sie ein halbes Jahr lang mutig ertragen und bekämpft und letztlich mit der ihr eigenen großen Stärke und tiefem innerem Frieden angenommen hat, konnte ihr dieses Empfinden nicht nehmen.
Anette Schwohl, geboren 1959, war bei allem, was sie tat, mit Herz und Leidenschaft dabei. Sie studierte in Hamburg Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften und später in einem Aufbaustudium Kulturmanagement. Nach zehn Jahren als Museumsdirektorin in Sachsen, kehrte sie 2002 nach Schleswig-Holstein zurück, wo sie freiberuflich als Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin tätig war. Ihre größte Passion war die internationale Kunstausstellung NordArt in ihrem Heimatort Rendsburg, wo sie den Besuchern die vielfältigen Kunstwerke bei Führungen ans Herz legte. Gern animierte sie die Gäste, die keinen so leichten Zugang zur Kunst fanden, sich selbst und ihr Leben in dem jeweiligen Werk zu suchen.
Zuletzt war Anette auch als Koordinatorin der Erwachsenenarbeit in der ev.-luth. Kirchengemeinde in Rendsburg tätig.
Eine weitere große Leidenschaft von Anette Schwohl war das Schreiben und Publizieren von Kriminalromanen und Kurzgeschichten.
2022 erschien mit »Katrin Lund und der Tote am Leuchtturm« der erste Band ihrer Krimi-Reihe im KBV, gefolgt von „Katrin Lund und der Wolkensammler“ im Jahr 2023. Der dritte Fall für Katrin Lund, der im Februar kommenden Jahres erscheinen sollte, bleibt leider ein Fragment, da ihr die Zeit, ihn zu vollenden, nicht geschenkt war.
Es war sicherlich kein Zufall, dass Anette für ihre Protagonistin den Beruf der Köchin wählte, denn sie war selbst Kulinarik affin und kochte leidenschaftlich gern mit ausgesuchten Zutaten. Und einem edlen Tropfen war sie bei geselligen Zusammenkünften nie abgeneigt. Lust auf das Leben und die Menschen zeigte sich bei ihr so vielseitig.
2019 rief sie das erste Rendsburger FrauenKrimiFestival ins Leben, das ein großartiger Erfolg wurde. Zwei weitere Festivals folgten 2021 und 2023. Das FrauenKrimiFestival 2025 wird nun ohne Anette stattfinden müssen. Ihre wunderschöne markante Stimme wird fehlen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, doch ihr Herzblut wird jede Veranstaltung weiter fein durchströmen.
Im November wäre Anette gern noch beim Ladies Crime Festival der Mörderischen Schwestern e. V. in Rendsburg dabei gewesen. Doch bedingt durch die Krankheit war sie gezwungen, sich immer weiter aus der Organisation zurückziehen. Ein Ständchen aller anwesenden Schwestern mit Jutta Wilbertz und deren legendärer Ukulele, das Anette als Video erhielt, hat ihr viel bedeutet.
Viele Kurzgeschichten von Anette sind in Anthologien erschienen. Bei der Anthologie „Hunde die bellen morden nicht“ war sie selbst Herausgeberin – ein Projekt bei KBV, das ihr viel Freude bereitete, zumal die dem Tierwohl verpflichtete Dr. Axe-Stiftung das Projekt unterstützte. Anette hatte ein großes Herz für Tiere. Bis zu seinem Tod war ihr geliebter Hund Kimble immer an ihrer Seite. Unvergessen: Das „Blitzer“-Foto mit Kimble auf dem Beifahrersitz, das Anette postete.
So viel werden wir vermissen … ihre Kreativität, ihren Humor, ihre Kraft, ihre Stimme, ihre Leidenschaft für das Leben in all seinen Facetten.
Allen, die sie geliebt haben, die sie vermissen und um sie trauern, sprechen wir unser herzliches Beileid aus.
Wunderbare liebe Anette, schweren Herzens müssen wir dich gehen lassen, aber wir sind auch getröstet durch den Frieden, den du gefunden hast. Dein Glaube an Gott hat dich durch dein Leben geführt und gestärkt und dich im Sterben gehalten. Nun ruhe in Frieden bei Gott und hab Dank für alles. Du bist und bleibst unvergessen, und wir werden es weiter verinnerlichen:
What a wonderful world.
Deine Mörderischen Schwestern
Deine Kolleginnen und Kollegen vom Syndikat e. V.