von Sylvia Horlebein
Sie wird seit 2009 alle 3 Jahre verliehen, ist undotiert, aber trotzdem begehrt und eine besondere Auszeichnung: die Goldene Auguste. Sie wird nur Frauen verliehen, die für das Vereinsziel „Förderung der von Frauen geschriebenen Kriminalliteratur“ stehen.
Dieses Jahr wird die Goldene Auguste bei der Vollversammlung im November an Fenna Williams verliehen.
Sie ist erfolgreiche Krimiautorin. Sie spricht vier Fremdsprachen. Sie tourt durch die ganze Welt, fühlt sich aber am meisten in Venedig zu Hause. Fenna Williams ist vielbeschäftigt und immer wieder für ihre mörderischen Schwestern unterwegs. Von Anfang an dabei und aktiv am Vereinsleben beteiligt, sagt sie selbst: „Für mich ist das, was ich für die Mörderischen Schwestern mache, Berufung.“
Das merkt man, doch das allein kann natürlich nicht der Grund sein, ihr die Goldene Auguste zu verleihen. Das Statement unsere Präsidentin Claudia Wuttke gibt einen kleinen Einblick, warum sich die Mehrheit der Schwestern bei der Wahl für Fenna entschieden hat: „Ich freue mich sehr, dass die Wahl für die Auguste in diesem Jahr auf Fenna Williams gefallen ist. Mit ihrer Pippa Bolle-Reihe hat sie den deutschsprachigen Krimi von Frauen im deutschen Markt durch eine gewitzte und pfiffige Stimme bereichert. Und die Mörderischen Schwestern sind dank ihres unermüdlichen Einsatzes bei TransCrime (Anm. der Redaktion: internationaler Austausch der Krimiautorinnen) inzwischen über die Grenzen des Landes mit bekannt und fast schon berühmt geworden. Very well done!“.
Auch der Text, mit dem Fenna vorgeschlagen wurde, zeigt, wie sehr sie sich engagiert und für die Mörderischen Schwestern einsetzt. Sie ist als internationale Botschafterin unterwegs, hat es geschafft eine hochkarätige Kooperation mit der Cambridge University einzugehen, und ist immer bestrebt, die Mörderischen Schwestern weltweit noch stärker zu vernetzen. Durch ihre ehrenamtliche Arbeit bei TransCrime entführt sie nach England, Schottland, Frankreich und Venedig. Dort sind die renommierten Schreib- und Leseretreats angesiedelt. Ihre Seminare und Coachings sind begehrt. Autorinnen lernen bei ihr Schreibblockaden zu überwinden und Zugang zur eigenen Kreativität zu finden.
Auf die Frage, wie sie das alles unter einen Hut bekommt, lacht sie. „Mein Tag hat 26 Stunden.“ 26 Stunden, in denen sie nach malerischen Orten für Schreibkurse sucht. 26 Stunden, in denen sie Kontakte knüpft. 26 Stunden, in denen sie an internationalen Projekten sitzt. 26 Stunden, in denen sie Studienreisen organisiert und auch 26 Stunden, in denen sie ihre Krimis schreibt. Ihr Herz schlägt für die Schwestern und sie nimmt sie mit. Zum Karneval nach Venedig, ins beschauliche Stephanshausen im Rheingau oder auf eine Farm in Frankreich. Sie lädt in Schottland zu einem Whisky ein oder in London zu Shakespeare. „Nichts ist besser, als miteinander zu sprechen, zu schreiben und die Kultur ein bisschen zu verstehen.“
Sie lebt das vor und so ist es kein Wunder, dass sie die freudige Nachricht in einem Pub in Kent, Großbritannien erreicht. Sie sagt dazu: „Die wunderbare Nachricht erreichte mich im Pub The tickled trout (die gekitzelte Forelle). Genau so fühle ich mich: Seitdem mich die wunderbare Nachricht gekitzelt hat, höre ich nicht mehr auf zu grinsen. Während ich weiß, dass alle anderen nominierten Frauen es auch verdient hätten, und ich es jeder von ihnen gegönnt hätte, bin ich auch sehr dankbar, dass es mich getroffen hat.“
Und die Mörderischen Schwestern gratulieren von Herzen und sagen Danke für ihr unermüdliches Engagement!