Norma K. Koenig wurde 1967 in Eberswalde geboren, war früher Lehrerin und widmet sich heute ganz dem Schreiben. Ihre Werke sind Krimis und Kurzgeschichten, oft mit regionalem Bezug zum Havelland und Berlin.
Du lebst im Havelland, nahe Berlin – wie beeinflusst diese ländlich-urbane Grenzlage deine Figuren und Schauplätze? Gibt es ein Spannungsfeld zwischen Idylle und Abgrund?
Die Schauplätze in meinen Krimis liegen sowohl im Havelland als auch in Berlin-Spandau. So wird der ermittelnde Kommissar Curd Falck in meinem aktuellen Buch zum Beispiel an einen Tatort im Spandauer Forst gerufen, da die getötete Frau ihren Wohnort im Havelland hatte.
Ja, es gibt ein Spannungsfeld zwischen Idylle und Abgrund. Interessant, dass du diese Frage stellst, da Kommissar Curd Falck genau diese Empfindung hat, als er, nur ein paar Schritte vom Tatort entfernt, im Spandauer Forst steht. Während die Sonne durch das Blätterdach scheint und Vögel lustig in den Bäumen zwitschern, ist an eben dieser Lichtung ein Mord geschehen. Die idyllische Atmosphäre trügt.
Wie beeinflusst deine frühere Tätigkeit als Lehrerin deine Figurenzeichnung – besonders bei Täterprofilen oder Ermittlerrollen?
Meine frühere Tätigkeit als Lehrerin beeinflusst meine Figurenzeichnung bei den Täter- und Opferprofilen auf jeden Fall. Das Thema Mobbing hat zum Beispiel Einzug in meinen aktuellen Kriminalroman gehalten. Es beginnt mit kleinen Hänseleien im Schulalltag, führt oft zu gewalttätigen Aktionen und hinterlässt bei den Opfern Spuren, welche Auswirkungen auf das gesamte spätere Leben haben. In meinem Roman wird das Opfer als Erwachsene von der Vergangenheit eingeholt und verschwindet dann spurlos.
Auf der anderen Seite steht das Thema Manipulation und ihre Folgen bis hin zu Stalking und Mord.
Deine Geschichten entstehen oft beim Spazierengehen – was war der ungewöhnlichste Moment, in dem dir eine Krimi-Idee kam?
Der ungewöhnlichste Moment ereignete sich während einer Gassirunde. Mein Hund tollte mit zwei anderen Vierbeinern durch die Gegend, und ich unterhielt mich mit den Hundebesitzerinnen. Plötzlich knackte es hinter einem vor uns liegenden Holzstapel. Ich hatte sofort Kopfkino, musste mich richtig zusammenreißen, das Gespräch mit den beiden anderen Frauen zu Ende zu führen. Ich tat dann so, als ob ich einen Termin vergessen hätte, leinte blitzschnell meinen Ziko an und rannte mit ihm nach Hause. Dort angekommen griff ich mein kleines Notizbüchlein und skizzierte kurz meine Idee. Erst danach zog ich Jacke und Schuhe aus und leinte den Hund ab.
Mehr über Norma K. Koenig auf ihrer Website: www.normakkoenig.de
Die Fragen stellte Sabine Griebel.
Beitragsfoto: privat
Liebe falsch - Leiche echt
Myshow Verlag
Erschienen am: 19.03.2026
ISBN: 978-3946505389