Mörderische Schwestern: Mordsgeschäft seit 1996
30. Oktober bis 1. November 2026 · Berlin
Dreißig Jahre. Dreißig lange herrliche Jahre zwischen Thrill und Empowerment. Seit 1996 gehen die Mörderischen Schwestern über Leichen – und das im besten Sinne des Wortes. Was als kleine, mutige Initiative von Krimiautorinnen begann, ist heute die größte Vereinigung von Frauen in der Kriminalliteratur im deutschsprachigen Raum. Rund 800 Schwestern – Autorinnen, Buchhändlerinnen, Krimibegeisterte, Buchbloggerinnen – tragen unseren Namen in die Welt hinaus. Wir töten nicht. Wir schreiben. Und manchmal ist das schlimmer.
Dieses Jahr feiern wir Geburtstag. Nicht irgendeinen. Den dreißigsten. Und wenn Frau dreißig Jahre lang Mord und Totschlag zu Papier gebracht hat, dann verdient man ein Fest, das so elegant, so überraschend und so grausam gut ist wie der beste Krimi, den Sie je gelesen haben. Wir laden Sie ein. Kommen Sie. Bringen Sie eine Taschenlampe mit. Und falls Sie in der ersten Reihe sitzen – sagen Sie hinterher nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt.
Die Highlights unseres Festivals
Special Guest in unserer Transcrime
Ruth Ware, geboren 1977 in Lewes, England, hat einen Plan: Sie nimmt ganz normale Frauen, setzt sie in geschlossene Räume, auf Luxuskreuzfahrten, in abgelegene Landhäuser oder in die Tiefen der eigenen Familie – und lässt sie dort nicht wieder heraus. Zumindest nicht alle.
Man nennt sie „die moderne Agatha Christie“. Wenn man sich ihre Zahlen ansieht, versteht man warum: Über zehn Millionen verkaufte Exemplare. Mehr als 40 Sprachen. Ihr Debüt In a Dark, Dark Wood wurde 2015 veröffentlicht und sofort zum Bestseller. National Public Radio kürte es zum besten Buch des Jahres. Der Rest ist Verbrechen – im besten Sinne. Ruth Ware lebt heute mit ihrer Familie an der Südküste Englands. Ihre Heldinnen sind Frauen wie Sie und ich. Es ist kein Trost.
Wir können es kaum erwarten, sie in Berlin zu erleben.
Kriminalhistorikerin Dr. Regina Stürickow „Kommissar Gennat und die Erfindung der modernen Mordermittlung“
Krimis erfinden? Kann jeder. Wie wäre es mit echten Morden? Dr. Regina Stürickow bekannt aus Funk und Fernsehen braucht sich nichts auszudenken. Sie geht ins Archiv, öffnet Akten, und das Grauen beginnt. Kein Wunder, dass sie als Deutschlands renommierteste Kriminalhistorikerin gilt. Sie hat die dunklen Ecken Berlins kartografiert – nicht mit dem Kompass, sondern mit dem Lupenglas des Historikers.
Beim Ladies Crime Festival 2026 bringt sie uns die Geschichte eines Mannes näher, der die Berliner Kriminalistik erfunden hat: Ernst Gennat (1880–1939).
Ernst August Ferdinand Gennat. Sohn eines Gefängnisbeamten aus Plötzensee, geboren im Schatten des Galgens. Er verließ die Universität, trat 1904 in die Kriminalpolizei ein und schuf etwas, das es in dieser Form nicht gab: die Zentrale Mordinspektion, eine feste, professionelle Mordkommission, die 1926 ihre Arbeit aufnahm. Bis dahin wurden Mordfälle behandelt wie jedes andere Delikt – Gennat änderte das. Er führte die systematische Spurensicherung ein, legte eine Zentralkartei für alle Tötungsdelikte an und machte die minutiöse Tatortdokumentation zum Standard. Methoden, die heute so selbstverständlich sind wie der Tatort am Sonntag.
Und die Erfolge? Gennat persönlich löste 298 Fälle. Seine Aufklärungsquote lag bei 95 Prozent. Und er tat es mit etwas, das in seiner Zeit revolutionär war: einem phänomenalen Gedächtnis, Empathie im Verhörraum und einer kompromisslosen Ablehnung von Gewalt. Wer Babylon Berlin gesehen hat, kennt die Figur. Wer Regina Stürickow liest, kennt die Wahrheit.
Hören Sie ihr zu. Sie werden feststellen: Die Wahrheit ist mindestens so schaurig wie die Fiktion.
Der Eintritt zum Vortrag ist 15 €. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten wird um vorherige Reservierung unter LCFestival@moerderische-schwestern.eu gebeten.
Die große Ladies Crime Night im historischen Rathaus Charlottenburg
Manche Orte atmen Geschichte. Das historische Rathaus Charlottenburg ist so einer. Hier fielen Entscheidungen, hier wurde Politik gemacht, hier wurde – verhandelt. Und was verhandeln wir an diesem Ort? Mord. Natürlich. Die Ladies Crime Night ist das Herzstück unseres Jubiläumsfestivals. Das Konzept ist so einfach wie grausam: Sechs Minuten pro Autorin. Dann fällt ein Schuss. Keine Zugaben, kein Pardon, kein Entkommen. Humorvoll, blutig, dramatisch, tragisch – die Mörderischen Schwestern bringen alles mit.
Es ist ein Abend, an dem das Wort „Mordsvergnügen“ wörtlich zu nehmen ist. Ehemalige Wandelhallen werden zu Tatorten, politische Rednertribüne zum Lesepult, und wenn der Schuss fällt, dann fällt er nicht in der Geschichte, sondern in der Gegenwart – nach sechs Minuten, die Ihnen den Atem rauben.
Unser Dank gilt Kirstin Bauch, Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, sie hat die Schirmherrschaft über die Ladies Crime Night übernommen. Seit 2021 leitet sie den Bezirk mit sicherer Hand – und als eine Frau, die Kultur versteht und Literatur fördert. Dass sie ausgerechnet die Schirmherrschaft für einen Abend übernimmt, auf dem Krimiautorinnen über Leichen gehen, spricht für Mut, Humor und eine gesunde Vorliebe für das Dunkle. Dafür, liebe Frau Bauch, sagen wir von Herzen: Danke.
Der Eintritt zur Ladies Crime Festival ist frei. Wir freuen uns, wenn Sie Ihren Besuch mit einer Spende für unsere Vereinsarbeit belohnen würden. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten wird um vorherige Reservierung unter LCFestival@moerderische-schwestern.eu gebeten.
Kommen Sie zur Ladies Crime Night. Wir haben einen Stuhl für Sie. Obendrauf legen wir ein Kissen. Und darunter liegt… na ja. Kommen Sie einfach.
Und sonst so?
Nach unserer traditionellen Mitgliederversammlung und freuen wir uns am Sonntag über die feierliche Vergabe unseres Arbeitsstipendium für Kriminalautorinnen. Wir organisieren Ladies Crime Nights in Städten quer durch die Republik. Wir vernetzen, fördern, streiten, trösten und feiern. Wir sind ein Bund. Und wir sind dreißig.
Dreißig Jahre Mörderische Schwestern. Dreißig Jahre starke Stimmen, die Spannung schenken. Und das Beste? Wir fangen gerade erst an.
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung