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Arbeitsstipendium 2026: die Longlist

Wir gratulieren!

Lange haben die Jurorinnen Christina Wagner, Jeannette Fermazin, Judith Jeske, Karen Hemmrich und Yvonne Wüstel diskutiert. Tatsächlich hatte jede Jurorin eine andere Favoritin. Doch nun ist sie da, unsere Top-Ten-Liste. Wie in jedem Jahr ist sie wieder breit aufgestellt: von Cozy Crime bis Thriller, von historischen Stoffen bis zu tagesaktuellen Themen.

Auf der Longlist sind Mörderische Schwestern sowie Autorinnen, die vor der diesjährigen Ausschreibung noch nicht von uns Schwestern gehört hatten. Wir haben erfahrene Schriftstellerinnen dabei und auch Frauen, die an ihrem ersten Projekt arbeiten.

Die Longlist ist alphabetisch nach den Nachnamen geordnet. Die Reihenfolge sagt nichts über eine Platzierung aus.

Hier ist sie, die Longlist 2026:

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Cora Albrecht – „Lass dich nicht gehen“

Evelyn glaubt, bei ihrer Schwägerin Ruhe und Abstand vom Tod ihres Mannes zu finden. Doch schon bald muss sie erkennen, dass sie dort nicht zu Gast ist – sondern gefangen.

Cora Albrecht, 39, lebt in Magdeburg. Sie hat Philosophie, Neurowissenschaften und Kognition studiert und nach sieben Jahren im Schuldienst in diesem Jahr wieder ganz zur Literatur zurückgefunden – als freie Lektorin. Auch als Künstlerin ist sie seit vergangenem Jahr aktiv: Sie zeichnet und malt mit Tinte, Aquarell und Acryl.

Mit „Lass dich nicht gehen“ verbindet sie psychologische Spannung mit einer Geschichte über Verlust, Abhängigkeit und die Frage, wem wir wirklich vertrauen können.

 

Josephine Breaker – „You’re dead“

Gangster, denen Gangsterdinge passieren – und mittendrin das ultimative Böse: Mit „You’re dead“ möchte Josephine Breaker den das Genre Cozy Crime hinter sich lassen und stattdessen Kino, Cocktails und knallharten Thrill zu einem ganz eigenen Leseerlebnis verbinden.

Josephine Breaker, Jahrgang 1991, lebt und schreibt in Bonn. Als studierte Germanistin geht sie gern unkonventionelle Wege – beruflich ebenso wie literarisch. Sie arbeitet unter anderem im Umfeld von Cybersecurity-Experten und Haifisch-Forscherinnen.

Seit 2013 hat sie drei Kriminalromane und zwei mörderische Kurzgeschichten veröffentlicht. Unter ihrem Klarnamen stand sie bereits zweimal auf der Longlist unserer Ausschreibung.

Mit „You’re dead“ schlägt sie nun ein neues, temporeiches Kapitel auf.

 

Mareike Fröhlich – „Aschekind“

Ein Mord in Vivis altem Problemviertel zwingt die junge Ermittlerin zurück an den Ort ihrer Herkunft – und damit zurück zu der Gewalt, der sie nie ganz entkommen ist.

Mareike Fröhlich ist Autorin, Freie Lektorin, Dozentin und Systemische Beraterin. Nach Stationen in der Werbe- und Kommunikationsbranche sowie im Auktionswesen machte sie sich selbstständig. Sprache, Wirkung und Entwicklung stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit – und natürlich die Geschichten, die daraus entstehen.

Unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht die Mörderische Schwester Reiseführer, Kinderbücher und Krimis.

In „Aschekind“ verbindet sie einen packenden Kriminalfall mit der Geschichte einer jungen Frau, die sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss.

 

Hannah Helby – „Nachhaltig morden von links“

Als mehrere Kinder entführt und ermordet werden, stößt die privat ermittelnde Indie auf ein schockierendes Geheimnis.

Hannah Helby (ein Pseudonym) ist eine „anglophile Ostseefränkin“. Aus dem mittelfränkischen Erlangen führte ihr Weg über mehrere Jahre in Cambridge nach Lohr am Main und schließlich, vor rund zwei Jahrzehnten, an die mecklenburgische Ostseeküste.

Sie arbeitet als Dozentin, Journalistin und freie Autorin und hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht.

In „Nachhaltig morden von links“ vereint sie einen brisanten Kriminalfall mit einer eigenwilligen Ermittlerfigur.

 

Franziska Henze – „J.P. und das tote Zebra“

Ein toter Mann, angemalt wie ein Zebra und an einen Baum gefesselt. Im Ostseebad Hohwacht übernimmt TV-Kommissar J. P. gemeinsam mit der jungen Polizistin Finja Warns einen Fall, der sich so gar nicht nach Fernsehen anfühlt.

Franziska Henze ist promovierte Juristin und lebt in Hamburg. Die Mörderische Schwester ist in der deutschsprachigen Spannungsliteratur bestens vernetzt. Sie ist Mitherausgeberin mehrerer Krimianthologien und engagiert sich für die Förderung des Genres. Sie schreibt Thriller und Kurzkrimis.

Auch bei unserer Ausschreibung ist Franziska keine Unbekannte. Bereits in den vergangenen Jahren schaffte sie es auf die Longlist.

 

Anke Küpper – „Schwarze Nacht“

Back to the Eighties! Vor dem Hintergrund von Kohlekrise und Strukturwandel im Ruhrgebiet lässt Anke Küpper in „Schwarze Nacht“ die wilde Zeit der Achtziger wiederaufleben – und erzählt dabei einen packenden Kriminalfall.

Anke Küpper, Jahrgang 1966, hat Germanistik und Romanistik studiert und arbeitet seit fast drei Jahrzehnten erfolgreich als Buchautorin. Neben ihren Kriminalromanen, in denen sie ihre Wahlheimat Hamburg zum Schauplatz macht, hat sie mehr als hundert Pixi-Geschichten und Sachbücher sowie zahlreiche Quizze und Spiele veröffentlicht, darunter mehrere Bestseller.

Sie ist außerdem Mitherausgeberin von Kurzkrimi-Anthologien, als Literaturveranstalterin in Hamburg aktiv und leitet Schreibworkshops für Kinder und Erwachsene. Auch Anke Küpper stand in den vergangenen Jahren schon auf der Longlist.

 

Julia Ortner – „Kontrollverlust“

Die Wiener Psychotherapeutin Luise Hortulany gerät in die Abgründe der Jugend- und Drogenszene. Zwischen familiärer Schuld und dem Streben nach Gerechtigkeit verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihr eigenes Leben.

Julia Ortner ist Psychotherapeutin und bringt berufliche Erfahrungen aus Sozialarbeit und Film mit. Ihre Einblicke in die Gefühlswelt der Menschen und die Beschäftigung mit (Pop-)Kultur und Gesellschaftspolitik prägen ihr Schreiben. Dabei verbindet sie die Tradition des Urban Noir mit psychologischer Präzision und filmischer Bildsprache.

Im Zentrum stehen Figuren, deren Konflikte aus der Reibung zwischen Individuum und gesellschaftlichen Strukturen entstehen. Subtile Ironie und gesellschaftskritische Perspektiven ergänzen ihre erzählerische Verdichtung.

Julia Ortner lebt und arbeitet in Wien. „Kontrollverlust“ ist ihr erster Roman und zugleich der Auftakt einer Reihe um die Psychotherapeutin Luise Hortulany.

 

Victoria Pohl – „Dunkle Arie“

Ein Mörder inszeniert in Manhattan eine Mordserie nach Verdis „Rigoletto“. FBI-Agentin Grace Burrows muss ihn stoppen, bevor das tödliche Finale vollendet ist.

Victoria Pohl, geboren 1987, und verbrachte einen Teil ihrer Jugend in den USA. Die Erfahrungen aus beiden Kulturen prägen die Schauplätze ihrer Romane, die von amerikanischen Kleinstädten bis in die Metropolen der Ostküste und des Mittleren Westens führen. Sie schreibt Spannungsliteratur an der Schnittstelle von hohem Tempo und literarischer Dichte. Im Mittelpunkt steht eine mehrteilig angelegte Thriller-Reihe um die FBI-Agentin Grace Burrows. Der erste Band, „Der Schatten – Spiegel des Blutes“, erschien 2025. An „Dunkle Arie“, dem zweiten Band der Reihe, arbeitet sie derzeit.

Victoria Pohl lebt mit ihren vier Hunden im Rheinland.

 

Ingrid Reidel – „Die Schönen des Monsieur Badeaux“

Ein französischer Friseur mit einem zerstörerischen Reinheitsideal beginnt im Nachkriegsdeutschland, seine Kundinnen zu töten. Eine Salonbesitzerin und ein Mann mit verdrängter Kriegsvergangenheit kommen ihm in einer Kleinstadt langsam auf die Spur – und müssen sich dabei ihrer eigenen Schuld stellen.

Ingrid Reidel wurde 1960 in Weinheim geboren. Der Fund einer Urne im Haus ihrer Großmutter brachte sie 2012 zur Kriminalliteratur. Seitdem veröffentlichte sie zahlreiche Kurzgeschichten und Beiträge in verschiedenen Anthologien.

Die Mörderische Schwester wurde mehrfach bei Literaturwettbewerben ausgezeichnet und gewann 2017 den renommierten Deutschen Kurzkrimipreis „Tatort Eifel“. Im vergangenen Jahr schaffte sie es bei unserer Ausschreibung auf die Shortlist.

Ingrid Reidel lebt mit ihrem Lebensgefährten auf einem ehemaligen Bauernhof in Weinheim.

 

Kerstin Sgonina – „Skup & Lewerenz, Band 1: Das Geisterkind“

Hamburg, 1923: Hyperinflation, Regierungskrise und Okkultismus als Lichtblick in einer Zeit der Not. Mittendrin: die 61-jährige Henny Skup, die gemeinsam mit ihrer jungen Assistentin Greta eine Detektei für übernatürliche Phänomene betreibt – obwohl sie selbst gar nicht an Geister glaubt.

Mit „Skup & Lewerenz, Band 1: Das Geisterkind“ verbindet Kerstin Sgonina historische Atmosphäre, Kriminalfall und einen ungewöhnlichen Blick auf eine Zeit, in der zwischen existenzieller Not und der Sehnsucht nach dem Übernatürlichen so manches möglich scheint.

Kerstin Sgonina lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern im Land Brandenburg, unweit von Berlin. Die 1972 geborene Autorin studierte Anglistik und Nordamerikanistik an der Universität Hamburg und arbeitet als Journalistin und seit 2020 als freie Autorin.

Sie schreibt außerdem unter den Pseudonymen Sophie Hopper, Lea Stein, Catherine Bell und Lisa Marcks.

 

Wir danken der Jury und allen, die am Veröffentlichen beteiligt sind, insbesondere natürlich Carolyn Srugies, unserer Mörderischen Schwester und Jury-Sekretärin, ohne deren tatkräftige Unterstützung das Ganze überhaupt nicht möglich wäre.

 

Über die Shortlist wird voraussichtlich am 30.09.2026 entschieden.

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Unser Arbeitsstipendium

Wir vergeben jährlich ein Arbeitsstipendium für einen von einer Frau in deutscher Sprache verfassten Roman im Bereich der Spannungsliteratur. Bewerben können sich alle Autorinnen, die in deutscher Sprache schreiben, ohne Alters-, Wohnort- oder sonstige Beschränkung, die bei den meisten anderen Stipendien ein Hindernis für viele Bewerberinnen darstellt. Eine Mitgliedschaft bei den Mörderischen Schwestern ist für eine Bewerbung um das Stipendium nicht erforderlich.

Über die Redaktion

Die Verfasserin dieses Artikels ist unsere Mörderische Schwester und Redaktionsmitglied Katja Szimmat. Sie ist Lektorin und Buchbloggerin.

Unsere Mörderische Schwester, Autorin und Jury-Sekretärin Carolyn Srugies hat dankenswerterweise alle Infos für diesen Artikel zusammengestellt.

Der Artikel wurde abschließend von unserer Mörderischen Schwester und Autorin Sabine Griebel redaktionell bearbeitet.