Drei Fragen an ... Ina Haller

Ina Haller lebt in der Schweiz im Kanton Aargau, dort sind auch ihre Krimis angesiedelt. Im Interview erklärt sie uns den Begriff „Chienbäse“.

Gerade ist dein neuer Krimi erschienen mit dem Titel: Chienbäse – das ist ein Begriff, den nicht jede*r kennt. Kannst du uns den Begriff kurz erklären? Und worum geht es in deinem aktuellen Roman?

Der Chienbäse ist ein Fastnachtsumzug in Liestal, dem Hauptort des Schweizer Kantons Baselland. Zu diesem einzigartigen Spektakel werden aus Kiefernholz zusammengebaute, überdimensionierte, brennende „Besen“ und brennende Holzkörbe durch die Altstadt getragen. Der Höhepunkt sind die riesigen Feuerwagen. Das Ganze ist sehr spektakulär.
In meinem Krimi sinkt plötzlich einer der Besenträger zu Boden und der brennende Besen erfasst beinahe das Publikum. Schnell stellt sich heraus, dass es kein Unfall, sondern der Auftakt zu einer Reihe von Verbrechen war.
Meine Protagonistin Samantha ist keine Polizistin, sondern eine arbeitslose Biologin, die verzweifelt auf Stellensuche ist. Sie wurde bei dem Umzug beinahe vom Besen getroffen. Als ihr Freund von der Polizei als Tatverdächtiger angesehen wird und einige Tage später spurlos verschwindet, begibt sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihm und dem Täter. Mehr verrate ich aber nicht.

Du schreibst Kriminalromane, Kurzkrimis, Kinderbücher und Reiseberichte. Woher nimmst du deine Inspiration?

Inspirationen schlagen meistens unverhofft zu. Das kann geschehen, wenn ich einen Artikel in einer Zeitung lese, einen Spaziergang mache, beim Einkaufen oder beim Reisen. Wenn eine Idee wie aus dem Nichts auftaucht, frage ich mich, was geschehen würde, wenn dies oder das passieren oder etwas anders verlaufen würde. Und schon habe ich den ersten Schritt zu einem neuen Krimi.
Bei meinem aktuellen Krimi Chienbäse habe ich mich zum Beispiel gefragt, was passieren könnte, wenn es bei diesem einzigartigen Spektakel einen Anschlag auf einen der Umzugsteilnehmer gäbe. Im nächsten Augenblick verselbstständigte sich die Geschichte in meinem Kopf und forderte mich auf, aufgeschrieben zu werden.

Recherchierst du für deine Krimis? Wie?

Recherche ist ein wichtiger Bestandteil beim Schreiben, und ich möchte, dass es stimmt, was ich schreibe. Einzelne Recherchen finden vor dem Schreibbeginn statt. Aber auch während des Schreibprozesses tauchen regelmäßig Fragen auf. Je nach Thema frage ich neben dem Internet die entsprechenden (Fach-)Personen, wie zum Beispiel Polizisten, Rechtsmediziner und Ärzte. Aber auch Privatpersonen gehören dazu. Für den Chienbäse habe ich Fasnächtler gefragt.
Genauso ist es für meine Regiokrimis wichtig, dass die Handlungsorte korrekt dargestellt sind. Dazu brauche ich einen Blick von 360° und muss die Atmosphäre des Ortes spüren. Das heißt, nicht nur das „Optische“ ist wichtig, sondern auch die Geräusche und Gerüche. Wenn ich die Orte nicht kenne, fahre ich dort hin. Meine weiteste „Recherchefahrt“ führte mich für den ersten Samantha Band „Rüebliland“ nach Indien.

(Die Fragen stellte Sybille Baecker.)

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Homepage: https://inahaller.ch

 

Aktuelle Neuerscheinung:
Chienbäse
(3. Band der Samantha-Reihe)
Emons Verlag
ISBN 978-3-7408-1123-5