Nachruf auf Jutta Motz

© Muge Marti, Feldmeilen CH

 

Unsere langjährige Vizepräsidentin, Jutta Motz, ist am 17. Mai 2019 im Kreis ihrer Familie verstorben.

Jutta war eine beliebte und engagierte Schwester. Von 2001 – 2007 wirkte sie nachhaltig als Vize-Präsidentin für unseren Verein, der damals noch das German Chapter der Sisters in Crime war. Jutta hielt engen Kontakt mit dem Dachverband in den USA. Aufgrund der steigenden Mitgliedszahlen, die wohl auch auf dem guten Engagement des Präsidiums beruhten, stieg nun die abhängige Beitragszahlung an den Dachverband der Sisters in Crime. Aufgrund der vorwiegenden Ausrichtung der SIC auf den nordamerikanischen und englischsprachigen Raum wurde 2007 von der Vollversammlung die Entscheidung getroffen, sich vom Dachverband zu lösen. Die Mörderischen Schwestern wurden als solche gegründet. Jutta war also auch  an der Grundsteinlegung für den heutigen Auftritt unseres Vereins beteiligt.

Aber dies alles sind bloße Fakten,  die kein Licht auf Jutta als Mensch werfen. Das zu tun, haben wir Almuth Heuner, eine von „Juttas Präsidentinnen“ gebeten:“

Jutta Motz, Dr. phil., 1943-2019

 Jutta stürmte in mein Leben auf der Vollversammlung der Mörderischen Schwestern 2001, die damals noch Sisters in Crime German Chapter hießen. Wir suchten eine neue Vizepräsidentin, und als sich keine meldete, bot Jutta an, den Posten zu übernehmen - sie müsse allerdings erst noch Mitglied werden. Sechs Jahre lang reiste sie dann als unsere internationale Botschafterin auf eigene Kosten in der Weltgeschichte herum, berichtete den Mörderischen Schwestern von den Aktivitäten der nicht-deutschsprachigen Krimiszene und hielt den Kontakt zur Mutterorganisation der Sisters in Crime in den USA (das war damals die Aufgabe der Vizepräsidentin). Ihre lebendige Art des Erzählens fesselte uns und sorgte oft für Seitenstiche vor Lachen. Darüber hinaus war sie immer kollegial und hilfsbereit (bis hin zu mitternächtlichen Imbissen, die sie zunächst unwilligen Restaurants entlockte) und setzte sich mit aller Kraft für den Aufbau einer Schweizer Schwesterngruppe ein. Ich habe damals noch in Frankfurt am Main gewohnt, wo Juttas Mutter ihre letzten Jahre verbracht hat, und Jutta daher oft getroffen, wenn sie zu Besuch kam, häufig auch zu den monatlichen Treffen der Frankfurter Schwestern oder zur Buchmesse. Unvergessen sind mir die konspirativen Geldübergaben in einem Frankfurter Bahnhofsrestaurant, wenn Jutta die Schweizer Beiträge für die Schwestern in Franken über den Tisch schob. Sie organisierte für uns im Rahmen der Züricher Mordstage 2003 mehrere Veranstaltungen, was sie 2011 noch durch die Ausrichtung der AIEP-Tagung in Zürich toppen konnte. Jutta war immer großzügig, dabei auch herzlich, lustig und sehr geradeaus, eine starke Persönlichkeit. Sie wird mir und sicher auch vielen anderen fehlen.